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  "Vogelfelsen"

  Wormser Straße 82, 55276 Oppenheim  
  Location für Hochzeiten, Gruppen und Feiern  
     
  Der Vogelfelsen erzählt eine Legende in Form eines Hauses!  
   (" EX FINIBUS TERRAE ")  
     
  Das Gästehaus der Sektkellerei GILLOT beherbergt  
  zwei einladende Gasträume (Plätze: 57 + 13) und einen Festsaal (Plätze: 86)  
     
  "... wir sind kundig im Fügen von Steinen und wollen für euch aus dem  
  Gemäuer der alten Kirche eine Stätte schaffen, würdig, euren hohen  
  Besuch zu empfangen."  
     
  Kontakt: Hugenottenkellerei Gillot GmbH  
                Tel.: 06133 - 2044, e-mail: gillot@gillot.de, www.gillot.de  
     
  Fenster Südfassade: "Vogelfelsen":  

                    

    

       

      

        

         

     
     
  Die Legende vom „VOGELFELSEN“  
     
     
  WIDMUNG  
  Den wunderbaren gefiederten Sängerchören am sonnigsten Bogen  
  des Rheins und ihrem Schutzpatron.  
     
  PROLOG  
  Sonnenfinsternis vom 11. August 1999  
     
  „EX  FINIBUS  TERRAE“ :  
  (über die Grenzen der Erde hinaus)  
     
  Es geschah vor dem Millennium, als der Gesang der Vögel im Rheintal  
  verstummte. Betäubende Stille legte sich wie ein Wattekissen über die  
  Vogelparadiese des Schwemmlandes entlang der Flussufer bis  
  hinüber in die Gärten und Anlagen der nahen menschlichen  
  Ansiedlungen.  
     
  Erdrückt von Leid und Seelenpein, welche sie durch die Menschen  
  erlitten hatten, war den gefiederten Sängern mit dem Lebensmut auch  
  die Freude am Singen abhanden gekommen.  
     
  In tiefster Not kamen sie eines Tages zusammen an einer  
  verschwiegenen Stelle hinter dem Gemäuer aus Steinen der alten  
  Sebastianskirche zum GROßEN  RAT. Sie entschieden, den  
  lieben Gott um Hilfe zu bitten. Möge er ihnen den heiligen Franziskus  
  zu Hilfe schicken an den Rhein. Alle hatten große Verehrung  
  für den heiligen Franz, denn ihre Eltern hatten sie gelehrt, dass dieser  
  Heilige schon in ihrer eigenen Vogelsprache gesprochen und gepredigt  
  hatte.  
     
  Der liebe Gott erbarmte sich ihres Flehens und verhieß den Vögeln  
  den ersehnten Besuch des heiligen Franziskus am Rhein. Der  
  Besuch solle durch ein planetarisches Zeichen angekündigt  
  werden, damit ihnen noch Zeit bliebe, alle die vielen wichtigen  
  kleinen Geschäfte zu betreiben, die erledigt werden müssen, um  
  den gebührenden Empfang eines so hohen Gastes vorzubereiten.  
     
  Und das versprochene Zeichen geschah. Nach einer Zeit großer  
  Erwartung und Ungeduld, in der Mitte eines heißen Hochsommertages  
  vor dem Millennium, begannen allmählich die Schatten zu verblassen  
  und nächtliche Dunkelheit senkte sich über die Erde. Am Himmel war  
  der Vollmond vor die glühende Sonnenscheibe getreten und versperrte  
  den lebenspendenden Strahlen den Weg. Für eine bange Weile  
  kam das Leben auf der Erde zum Erliegen.  
     
  Der gute Mond zog weiter, die Schatten kehrten zurück und  
  Menschen und Kreatur erlebten an jenem Tag die Gnade  
  des zweiten Sonnenaufgangs. Die Vögel aber erkannten,  
  dass das überwältigende Schauspiel am Firmament das  
  Vorzeichen war, mit welchem ihnen der Besuch des heiligen  
  Franziskus angekündigt werden sollte.  
     
  Voreilige begannen eifrig herumzustöbern und nach den  
  festlichsten und glänzendsten Gewändern zu suchen und andere  
  übten sich schon in den feierlichsten und frömmsten Liedern, denen  
  sie schon als Kleine ihren Eltern und Großeltern zugelauscht hatten.  
  Doch ihre Geduld sollte noch auf eine lange harte Probe gestellt   
  werden.  
     
  Der Altweibersommer überzog das Land mit seiner edlen Patina.  
  Rotgolden leuchtende Blätter und silbrig glänzende Spinnenfäden  
  mahnten unerbittlich, dass die Zeit des Abschieds und der  
  großen Reisen gekommen war. Schon bald würde der kalte Boreas  
  dürres Laub über die Stoppelfelder jagen und die ersten Schneeflocken  
  tanzend von der Zeit der langen Nächte und der einsamen fernen  
  Lichter künden. Nun waren die bergenden engen Höhlen und Nischen  
  gefragt, welche Schutz und kuschelige Wärme bieten konnten.  
     
  Die Natur unterzog alle Geschöpfe einer lange währenden harten  
  Prüfung, bis allmählich die Tage wieder länger wurden. Mit Licht und  
  Wärme kehrte auch wieder das Leben zurück in die Landschaft.  
  Der erste zarte grüne Schimmer wich einem so nie erlebten  
  Feuerwerk aus bunten Blüten und zarten und betörenden  
  Düften, mit welchen der erste Frühling das junge Jahrtausend  
  begrüßte und zugleich auch den erschöpften Heimkehrern von den  
  großen Zügen aus den fernen Winterquartieren in diesem Jahr einen  
  besonders herzlichen Empfang in der Heimat bereitete. Und so hätte  
  der alljährliche Kreislauf des Lebens wieder seinen gewohnten Verlauf  
  genommen, wenn nur nicht immer noch die bedrückende Stille über  
  dem Land geherrscht hätte. Selbst das Angesicht des Frühlings hatte  
  die Vogelscharen nicht zum Singen bewegen können.  
     
  Aber eines Tages war alles ganz anders. Ein fulminanter  
  Sonnenaufgang hatte die Frühwachen schon in seinen Bann  
  gezogen und scheinbar schwerelos über dem Horizont schwebend  
  kündigte die gewaltige, zu früher Stunde schon hellgolden gleißende  
  Sonnenscheibe, einen bedeutsamen Tag an. Spannung und  
  Vibrieren erfüllten die Luft wie sonst nur in der Mitte der heißesten  
  Hochsommertage. Vom fernen Dienheim trug der frische  
  Morgenwind in feinen Schallwellen ein silberhelles Geläut herüber  
  zum Oppenheimer Berg, die vereinten Stimmen von St. Josef und  
  St. Bonifaz.  Der Weckruf wurde aufgenommen vom sonoren Geläut  
  des alten Franziskanerklosters St. Bartholomae und bald darauf  
  erhoben auch die Glocken des ehrwürdigen St. Katharinen Doms  
  ihre gewaltigen Stimmen. Wie ein mächtiges Kirchenschiff legte sich  
  ein Klanggewölbe aus festlichem Glockengeläut über das stumme  
  Land zwischen den beiden Ansiedlungen.  
     
  Ungewohnte Betriebsamkeit herrschte auch am alten Kirchengemäuer.  
  Die aufmerksamen kleinen Wächter, welche seit den Tagen des  
  GROßEN RATS abwechselnd rund um die ehrwürdige  
  Versammlungsstätte ihren Dienst geleistet hatten, wurden gewahr,  
  dass sie nicht mehr alleine waren. Ein kleines stilles Männlein im  
  schlichten braunen Rock lehnte, tief in sich versunken, in einem der  
  oberen Fenstergesimse.  
     
  Franziskus ist da! Unser hoher Besuch ist eingetroffen! In Windeseile  
  verbreitete sich die Nachricht über das ganze Land. Und schon  
  kamen sie in Scharen aus allen Richtungen angeflattert, angewatschelt,  
  eingeschwebt und versammelten sich, dicht aneinander gedrängt, im  
  großen Kreise hinter dem alten Gemäuer, denn ein jeder wollte am  
  besten und am meisten hören von dem was Franziskus zu ihnen  
  sprechen würde. Angelockt von der großen Unruhe fanden sich  
  auch die ersten Menschen auf der Straße vor dem Gebäude ein.  
     
  Als Franziskus endlich sein Haupt leicht anhob zog sofort ehrfürchtige  
  Stille ein in die Runde und als er mit leiser und ruhiger Stimme zu  
  reden anfing versuchten alle, ihm jedes seiner Worte direkt von den  
  Lippen abzulesen. Und Franziskus sprach alsdann mit so bewegenden  
  Worten, dass er sogar jene erreichte, welche den Vögeln in der  
  Evolution Jahrmillionen vorausgeeilt waren und seitdem als Steine  
  im Fels geschlummert hatten. Selbst jene begannen sich zu regen und  
  zu räkeln und nahmen auch an dem großen Ereignis teil.  
     
  Franziskus sprach von der allgegenwärtigen unendlichen Liebe Gottes  
  zu seinen Geschöpfen, in der auch die gesamte Vogelwelt mit  
  eingebunden und in welcher kein Grashalm, kein Federchen und nicht  
  das kleinste Sternchen am entferntesten Ende der Milchstrasse  
  vergessen sei. Die Menschen ermahnte er, ihre große Verantwortung  
  für die Kreatur nicht zu vergessen, welche Gott ihnen anvertraut hatte.  
  Franziskus rief die Menschen und Kreaturen auf zur Liebe und  
  Achtung untereinander, denn nur durch Liebe können alle Gegensätze  
  überwunden und der Wille Gottes erfüllt werden. Schließlich erweckte  
  er in seinen gefiederten Zuhörern wieder den Lebensmut indem er sie  
  für die Zukunft seines besonderen Schutzes und seiner immer  
  spürbaren Nähe versicherte.   
     
  Als Franziskus schließlich zu Ende kam und allmählich wieder den  
  Blicken der Versammelten entschwand brach ein Jubelsturm los aus  
  tausenden aufgeregter Vogelstimmen und die ganze versammelte  
  Gesellschaft hob sich langsam, wie eine dichte Wolke, in die Luft und  
  stob plötzlich in alle Himmelsrichtungen auseinander.  
     
  Und seitdem ertönen die reinsten und schönsten Vogelsänge der Erde  
  aus den feuchten Rheinauen bei Oppenheim, zum Lobe Gottes, zu  
  Ehren des heiligen Franziskus und zur Freude aller Menschen. Das  
  alte Gemäuer aber, an welchem das große Ereignis stattgefunden  
  hatte, wird seitdem „Vogelfelsen“ genannt.  
     
  EPILOG  
  Die Legende vom „Vogelfelsen“ wurde aufgeschrieben als Botschaft  
  an die später geborenen, welche am unmittelbaren Geschehen um das  
  Millennium nicht teilgenommen  haben. Dabei könnte sich die Frage  
  aufwerfen, ob diese wunderbare Erzählung vielleicht noch gar keine  
  Legende ist, sondern noch eine Geschichte.     
     
  In der Schule haben wir gelernt, dass in Legenden nur vergeistigte  
  Wesen vorkommen, die schon lange nicht mehr lebend auf unserem  
  Planeten herum wandeln. Unter dem Eindruck der Geschehnisse war  
  aber versehentlich versäumt worden, einen Vorfall zu schildern,   
  welcher für die Beurteilung des besonderen Wesens einer Legende  
  von Bedeutung ist.  
     
  Beim GROßEN RAT hatte es nämlich unfreiwillige Zuhörer gegeben.  
  Vater und Sohn, sie schäumten den Wein nebenan in den Höhlungen  
  des Oppenheimer Berges. Unruhe und lautes Klagen hatten ihre  
  Aufmerksamkeit erweckt. Zutiefst betroffen traten sie in die Mitte  
  der großen Runde und sprachen: „Wir sind unfreiwillige Zeugen  
  geworden von eurem großen Leid und erschüttert über  
  das, was unseresgleichen über euch gebracht. Aber wir können euch  
  helfen, denn wir sind kundig im Fügen von Steinen. Wir wollen für  
  euch aus dem Gemäuer der alten Kirche eine Stätte  
  schaffen, würdig, euren hohen Besuch zu empfangen“.  
     
  Schon am nächsten Tag machten sie sich ans Werk mit ihren Getreuen,  
  stets aufmerksam überwacht von einigen besonders baukundigen und  
  gewitzten aus der Vogelschar, damit denn ja nichts schief ginge und  
  die Arbeiten nicht ins Stocken kämen. Und weil viele fleißige Hände  
  bald ein frohes Ende bereiten wurde das gemeinsame Haus bald im  
  Sinne der Vorstellungen aller fertig gestellt und von nun an richteten  
  alle ihre Erwartungen nur noch auf die bevorstehenden Ereignisse.  
     
  Vater und Sohn aber wandeln noch immer auf unserem Planeten  
  herum. An manchen Abenden, nach besonders arbeitsreichen  
  Tagen, sitzen sie in gemütlicher Runde mit ihren Getreuen hinter  
  dem „Vogelfelsen“, laben sich am schäumenden Wein und lauschen  
  den volltönenden Abendliedern der Vögel. Nicht selten kommen  
  sie dabei ins Schwärmen in Erinnerung an die Ereignisse um das  
  vergangene Millennium.  
     
  Mitunter auch nehmen aufmerksame Spaziergänger nachts beim  
  Vorbeistreifen entlang der Efeubewachsenen Mauern am oder aus  
  einer der kleinen Steinhöhlen im „Vogelfelsen“ ein zartes Fiepen wahr.  
  Dann können sie sicher sein, dass ein kleiner gefiederter Schlafgast  
  gerade ein Träumchen erlebt, in welchem gewiss soeben der  
  heilige Franziskus vorkommt.  
     
  SCHLUSSWORT  
     
  Also dürfen Sie nun für sich selbst entscheiden, ob die wundersame  
  Erzählung vom „Vogelfelsen“ noch eine Geschichte ist oder,  
  vielleicht für sie ganz persönlich, doch schon eine Legende.  
     
  Legende vom "Vogelfelsen" zum DOWNLOAD als pdf.  
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